Silikon Essiggeruch entfernen – warum er entsteht und was hilft

Silikon und Essiggeruch – das ist eine Kombination, die auf den ersten Blick seltsam wirkt. Silikonfugen reinigt man mit Essig, um Kalk oder Schimmelansätze zu entfernen. Danach riecht die Fuge nach Essig. Das klingt nach einem lösbaren Problem, ist es auch – aber Silikon hat dabei eine Eigenschaft, die man kennen sollte.

Außerdem gibt es eine zweite Situation, über die kaum jemand spricht: frisch eingebrachtes Silikon, das von sich aus nach Essig riecht – ganz ohne dass man Essig verwendet hat.

Warum neues Silikon nach Essig riecht

Das ist für viele überraschend: Bestimmte Silikonprodukte riechen beim Aushärten intensiv nach Essig. Der Grund ist chemisch und direkt: Acetat-vernetzende Silikone – ein verbreiteter Typ von Sanitärsilikon – setzen beim Aushärten Essigsäure frei. Das ist kein Fehler, kein schlechtes Produkt und kein Grund zur Besorgnis. Es ist der normale Aushärteprozess.

Dieser Geruch ist beim Auftragen besonders stark und lässt mit der Zeit nach. Wie schnell, hängt von der Belüftung des Raums ab. In einem gut belüfteten Bad: ein bis drei Tage. In einem schlecht belüfteten Raum kann es länger dauern. Das Silikon riecht, bis der Aushärteprozess abgeschlossen ist – danach ist der Geruch weg.

Was hilft: Fenster aufmachen, Lüftung einschalten. Mehr ist in diesem Fall nicht nötig und nicht sinnvoll.

Wenn der Essiggeruch durch Reinigung mit Essig entsteht

Das ist der zweite Fall. Wer Silikonfugen mit Essig oder Essigessenz gereinigt hat, merkt, dass der Geruch danach nicht einfach verschwindet. Silikon ist zwar nicht porös wie Holz oder Stoff, aber es hat eine gewisse Oberflächenstruktur, in der Flüssigkeiten verbleiben können – besonders in kleinen Rissen oder an der Kante zur Fliese.

Was in diesem Fall hilft: gründlich nachwischen. Erst mit einem feuchten Tuch, dann mit einem trockenen. Mehrfach. Danach gut lüften. Der Geruch geht in der Regel innerhalb einiger Stunden, wenn ausreichend frische Luft im Raum ist.

Bei Sanitärsilikon im Badbereich ist außerdem Vorsicht geboten: Essig kann Silikonfugen auf Dauer angreifen und die Elastizität des Materials verringern. Regelmäßiges Reinigen mit Essig ist deshalb keine gute Idee – nicht wegen des Geruchs, sondern wegen des Materials selbst.

Was man bei Silikonfugen generell beachten sollte

Silikon im Bad ist ein Material, das man besser mit milden Mitteln behandelt. Hausmittel wie Essig, die auf harten Oberflächen wie Fliesen gut funktionieren, können auf Silikon über Zeit Schaden anrichten. Das gilt sowohl für Essigsäure als auch für andere Säuren in Kalkentfernern.

Für die regelmäßige Reinigung von Silikonfugen ist Spülmittel und warmes Wasser in den meisten Fällen völlig ausreichend. Bei Schimmelansätzen gibt es spezielle Silikonreiniger, die für das Material geeignet sind und die Fuge nicht angreifen.

Wenn der Geruch anhält

Essiggeruch in einer Silikonfuge, der nach gründlichem Nachwischen und Lüften nicht verschwindet, hat meistens eine von zwei Ursachen: entweder ist die Fuge beschädigt oder porös geworden und hält Rückstände tiefer fest, oder die Geruchsquelle liegt woanders im Raum. Ein Blick auf die Umgebung – andere Reinigungsmittel, Abfluss, Wandfeuchtigkeit – lohnt sich in diesem Fall bevor man weiter an der Fuge arbeitet.

Frisch eingebrachtes Silikon, das nach Essig riecht, braucht schlicht Zeit. Für alles andere gilt: nachwischen, lüften, fertig.